INCIPIT. In einer der herrlichsten epirischen Nächte, mitten auf dem See von Janina, hörte man das Geräusch von Rudern. In einem leichten Kahne saß ein junger kräftiger Ruderer. Allmählig ließ das Geräusch nach und hörte endlich ganz auf. Die nackten Hände des jungen Mannes ruhten nachlässig auf seinem Ruder; seine leuchtenden, das Dunkel der Nacht durchdringenden Blicke waren auf ein Mädchen gerichtet . . .
Der Pascha von Janina. Novelle ― S–r (= Johann Baptist Sorger) [ANNO]
INCIPIT. Albanien, oder das alte Epirus, einer der nördlichsten Theile des heutigen Griechenlandes, ist bekanntlich im Norden begränzt durch Montenegro, Bosnien und Servien; im Osten durch Mazedonien; im Süden durch die Distrikte von Janina und Arta; im Westen durch das jonische und adriatische Meer. Diese rauhe, wilde und schroffe, mit Felsen durchzackte Gegend, endigt sich westlich in fast senkrechte Ufer, in unzugängliche Felsen, in ungeheure Granitmauern, deren Fuß die Meereswellen bespülen . . .
Der rechte Mann. Novellette aus dem Französischen ― S–r (= Johann Baptist Sorger) [ANNO]
INCIPIT. Während meines Aufenthaltes in Cairo ermangelte ich nicht, an den Tagen, wo die Hitze drückend war, in den Bazar von Kamkalidi [!] zu gehen. Gelegen im Mittelpunkte einer vor der Sonne umhüllten, ringsum von der Wüste umgebenen Stadt, ist dieser Bazar selbst eine Oase; man begegnet dort der Kühle, dem Schatten, der Ruhe und tausend kleiner Zufälle des arabischen Lebens, welche nur dort anzutreffen sind. Eines Tages war ich Augenzeuge einer sehr sonderbaren Scene . . .
Der Schwur des Pascha(Aus der Revue britannique, Junius 1839) ― [MDZ] [MDZ] ― Eine weitere dt. Fassung einer Version derselben Vorlage udT »Des Paschas Gelübde« (s. nachstehend). Oft nachgedruckt
INCIPIT. Die Heilighaltung des Schwures ist einer der bemerkenswerthesten Züge im Charakter der Türken. Hier spricht sich der Ernst und die Würde des Muselmanns am stärksten aus. Gewiß, es giebt unter den Türken, wie überall Verräther und Schurken, aber Wortbrüchigkeit findet man bei ihnen nicht, wie oft unter den Christen. Es geht mit der Loyalität der Türken, wie mit der Gastfreundschaft des Arabers, sie ist sprichwörtlich erblich geworden . . .
Des Paschas Gelübde ― [ANNO] (Übers. aus dem Englischen, aus »Fraser᾿s Magazine«) ― Eine weitere dt. Fassung einer Version derselben Vorlage udT »Der Schwur des Pascha« (s. zuvor)
INCIPIT. Die Unverbrüchlichkeit, mit der die Türken ein Gelübde halten, ist einer der merkwürdigsten Züge in ihrem Nationalcharakter, und obschon ― wie es der Fall bei jeder vom menschlichen Willen abhängigen Regel seyn muß ― hie und da Ausnahmen vorkommen, so sind sie doch so selten, daß türkische Treue und Redlichkeit, selbst einem Feinde gegenüber, zum Sprichwort geworden sind . . .
Die Belagerung von Gniausta ― Adolph Horwitz [ANNO]
INCIPIT. Es war im Spätherbste 1817, als auf der weiten Hochebene, die sich von Karaveria längs dem Vermiusgebirge bis Vodina zieht, ein junger Mann durch seine Kleidung als Franke bezeichnet, langsam dahin ritt. Die Sonne war eben hinter den waldigen Höhen emporgestiegen, und sandte die matten Strahlen zur Erde; die Morgenwinde sausten schneidend über die öden Maisfelder hin, und traurig wiegten die Pappeln am Wege ihre entlaubten Häupter . . .
INCIPIT Kap. 10. »Wenn wir nur vor dem brennenden Strahle der Mittagssonne die kühlen Thäler des Gebirgs noch erreichen,« sagte ein junges türkisches Mädchen, das, von Tripolitza her, in Begleitung zweier Männer, auf Maulthieren, dem Gebirge zuzog. Der ältere und vornehmere der beiden Männer war ein Greis mit silberweißem Bart, den grünen Turban auf dem Kopf und sich so als Sprößling des Propheten erweisend. »Gedulde Dich nur, Mirza,« sagte der Greis . . .
Kadujah. Erzählung aus der Zeit des Eroberungszuges Napoleons nach Aegypten. Nach handschriftlicher Mittheilung ― Lina Reinhardt [MDZ]
S. 115. Unser junger Held aus tausend und einer Nacht, der einige Vokabeln der arabischen Sprache auswendig gelernt hatte, und die Schriftzeichen derselben beinahe so gut als die seiner Muttersprache kannte, betrat das Schiff, welches die Truppen-Abtheilung, zu welcher er gehörte, trug, mit einem Selbstvertrauen, welches ihn in seinen eigenen Augen wenigstens einem Obergeneral gleichstellte . . .
Lange Verserzählung über die tragische Liebe eines Russen und einer Griechin, die aus türkischer Sklaverei befreit wird. Er wird beim Kampf mit dem Türken Hassan verwundet, sie heilt ihn auf Kosten des eigenen Lebens.